Im Ball- und Musiksaal in der Galleria Doria Pamphilj entstand Il triono del tempo e del Disinganno Er kam, sah und komponierte. Gefördert von bedeutenden Kardinälen und Musikliebhabern komponierte Händel katholische Kirchenmusik, italienische Kantaten und seine ersten Oratorien ‒ in betörenden Klängen.
Die Humboldts in Rom
Rom war der Lieblingsort von Wilhelm und Caroline von Humboldt. Auch wenn zwei ihrer Kinder ihr junges Leben in der Stadt ließen, und Wilhelm schwierige geschichtliche Niederlagen seiner Heimat, den Zusammenbruch Preußens, erlebte, so hatte beide die italienische Metropole in ihren Bann geschlagen.
Von den insgesamt acht Kindern aus der Ehe der beiden überleben nur fünf das Kindesalter. Im Hochsommer 1803 erkranken die Söhne Wilhelm (geb. 1794) und Theodor (geb. 1797). Wilhelm stirbt leidvoll an den Folgen der Infektion in Ariccia, dem Sommerwohnsitz der Familie. Theodor überlebt, vermutlich mit Spätschäden.
König Ludwig von Bayern
Es war einmal ... ein junger stattlicher deutscher Prinz. München hat seinen Charakter und seine Beliebtheit Ludwig I. von Bayern zu verdanken. Durch seine Hochzeit im Jahr 1810 mit der Prinzessin Therese von Sachsen-Hildburghausen wurde die Tradition des weltberühmten Oktoberfestes gegründet.
Einzelheiten und weitere deutsche Persönlichkeiten im Buch: Deutsche in Rom
Rom und der Film
Nanni Moretti
Was wäre Manhatten ohne Woody Allen? Oder Berlin ohne Wim Wenders?
Filmregisseure bemalen eine Stadt immer wieder aufs Neue und hinterlassen alternative Anlaufpunkte für Touristen und Einheimische. Während die älteren Jahrgänge beim Besichtigen des Trevibrunnens noch Marcello Mastroianni und Anita Eckberg aus Fellinis LaDolce Vita vor Augen haben, hat hingegen in den letzten Jahrzehnten Nanni Moretti den Nerv der Zeit getroffen. Mit einem Habemus Papam war er dieser sogar voraus: Der Papst verlässt sein Amt und irrt verloren in Rom umher. Moretti spielt immer selbst mit; hier einen Psychologen, der während der Suche nach dem verlorengegangenen Kirchenhaupt den Vatikan auf Trab hält. Er gründet u.a. eine Fußballmannschaft und schaut den Kardinälen zu, wie sie beim Kartenspielen mogeln.
Seine Filme werden oft zu Transportmitteln in der facettenreichen Stadt. Den wohl größten Erfolg erzielte er mit Caro diario. Er kurvt im August mit seiner Vespa durch die mutterseelenleeren Stadtviertel, philosophiert alleine vor sich hin oder spricht Fremde an. Immer wieder eröffnet er neue Perspektiven auf das zeitgenössische Rom. Nichts Theatralisches, sondern die kleinen Dinge macht er zum römischen Universum.